Wenn da nur nicht diese kleinen fliegenden Blutsauger wären, die einem alles vermiesen können. Die Stechmücken! Sie surren herum auf der Suche nach Nahrung. Vorzugsweise menschliches Blut!
Werfen wir einen Blick auf diesen kleinen Vampir, der jedem schon einmal die Nachtruhe geraubt hat.
Wie Sie Mückenstichen vorbeugen können, wie Sie einen Biss lindern können und noch vieles mehr, erfahren Sie hier.
Die Stechmücke – das Wesen aus der Urzeit und seine Biologie
Ab dem Monat Juni bis hin in den herbstlichen September ist die Stechmücke in Deutschland aktiv. Ob sie nun Moskito genannt wird, Gelse oder einfach nur Mücke. Sie tut, was sie tun muss. Blutsaugen.
Die Stechmücken zählen zu der Familie der Zweiflügler und sind auf dem ganzen Globus verbreitet. Allein in Europa kommen etwa 104 verschiedene Arten von Stechmücken vor. Weltweit sind es sogar mehr als 3.700.
Stechmücken zählen mit zu den ältesten Tieren überhaupt. Sie erinnern sich an den Blockbuster „Jurassic Park“ und die Präsentation einer Mücke in einem Bernstein? Das war kein Hollywood Fake. Vorfahren der heutigen Stechmücken haben bereits zu dieser Zeit gelebt und ihre Existenz ist bis auf mehr als 90 Millionen Jahre zurückzuführen.
Mit ihrem speziellen Mundwerkzeug durchstechen nur die weiblichen Steckmücken die Haut ihres Wirtes, um Blut zu saugen. Dieses benötigen sie für die Fortpflanzung. Zur Produktion der Stechmückeneier benötigen die Weibchen das im Blut enthaltene Protein und Eisen. Sie können bis zu dem dreifachen ihres eigenen Körpergewichtes an Blut saugen.
Andere Nahrungsquellen sind süßliche Pflanzensäfte und Nektar, wovon sich die männlichen Stechmücken ausschließlich ernähren.
Stechmücken erreichen eine Größe bis zu 15 mm, wobei die Männchen meist kleiner als die Weibchen sind.
Der tödliche Biss einer Stechmücke? Ist sie wirklich so gefährlich?
Haben Sie schon mal davon gehört, dass ein Mensch an einem Mückenstich gestorben ist? Ja, das kann passieren. Wobei es nicht der eigentliche Stich ist, der großen gesundheitlichen Schaden anrichten kann, sondern die daraus resultierenden Krankheiten.
Die wohl bekanntesten Krankheiten durch Mücken- oder Moskitostiche sind die Malaria, Zika und Dengue. Diese Infektionskrankheiten können tödlich enden und laut einer Statistik sind jährlich etwa 1.000.000 Todesfälle daraus resultierend zu verzeichnen.
Bitte beachten Sie: Diese schwerwiegenden Krankheiten werden in der Regel nicht über die Stechmücken verbreitet, die in den europäischen Gefilden ansässig sind.
Krankheiten, die durch Mückenstiche ausgelöst werden können und wo Sie sich infizieren können
- Malaria:
Das Auftreten von Malaria ist in den Tropen verbreitet, was ihr auch den Namen „Tropenkrankheit“ eingebracht hat. Ein bis drei Prozent dieser Krankheitsverläufe endet leider tödlich.
- Dengue-Fieber:
Süd- und Zentralamerika, Süd- und Südostasien und auch Afrika sind die Herde des Dengue-Fiebers. Die Infektionszahlen steigen in Deutschland stetig an, was auch mit dem beliebten Urlaubsland Thailand in Zusammenhang gebracht werden kann.
- Gelbfieber:
Hier kann eine Impfung schützen, wenn Sie betroffene Kontinente wie Südamerika oder das tropische Afrika besuchen wollen.
- West-Nil-Fieber:
Relativ harmlos ist das West-Nil-Fieber bei gesunden Menschen mit einem normalen Immunsystem. Bei Infektion kann es zu leichten grippegleichen Symptomen führen. Ältere, kranke und Menschen mit einem angegriffenen Immunsystem müssen allerdings vorsichtig sein. Hier kann eine schwerverlaufende Infektion durchaus lebensbedrohlich werden. Einen Impfschutz gibt es leider nicht.
- Zika-Virus:
Eine Infektion mit diesem Virus kann zu Fehlbildungen bei Babys führen, wenn sich die schwangere Mutter infiziert. Da es auch für diesen Virus keine Impfung gibt, sollten Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen vor Allem Brasilien und die anderen Länder Lateinamerikas meiden.
Stechmücken haben keinen guten Ruf – erfüllen aber auch ihren Zweck
Wie jedes Lebewesen auf unserem Planeten, hat auch die Stechmücke ihre Daseinsberechtigung.
Sie ist aus der Nahrungskette nicht wegzudenken. Als „Beutetier“ für zahlreiche andere Tiere, sorgt sie für deren Erhalt. Spinnen, Vögel, Amphibien, sie alle sind auf die Mücke als Nahrungsquelle angewiesen. Nicht auszudenken, wenn die Mücke aus dem Ökosystem verschwinden würde.
Die Legende vom süßen Blut – Fakt oder Fiktion?
Das Stechmücken sensible Sinne haben, ist nicht von der Hand zu weisen. Sie nehmen Körperdüfte wahr, erspüren die Wärme ihrer Wirte und können Kohlendioxid ausmachen.
Aus all diesen Wahrnehmungen können die weiblichen Mücken alle Informationen herausfiltern, die sie zur Nahrungsaufnahme benötigen, wie zum Beispiel Größe oder auch die Entfernung ihres „Opfers“.
Tatsache ist, dass manche Menschen gestochen werden und andere eben nicht. Das liegt aber nicht an der „Süße des Blutes“, sondern an den Gerüchen, die von den Menschen ausgeströmt werden.
Manche Gerüche sind für Mücken besonders anziehend. Und hierzu gehört auch der Schweißgeruch. Darauf gehen wir später noch einmal ein, wenn wir uns die Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche genauer anschauen.
Gegen Mückenstiche – Prophylaxe und Behandlung
Auf die feinen Sinne der Stechmücken sind wir bereits eingegangen und haben auch schon etwas über ihren Geruchssinn erfahren.
Es gibt Gerüche, welche Stechmücken abhalten können in die Nähe ihrer „potenziellen Beute“ zu kommen.
Hier kommen wir noch mal auf den Geruch von Schweiß zurück, den Mücken sehr, sehr anziehend finden. Eine ausgiebige Körperhygiene und regelmäßiges Duschen im Sommer ist also schon mal der erste Schritt, dass die Mücken Sie nicht „erriechen“ können.
Als natürliche „Mückenbarriere“ können unter anderem die ätherischen Öle von Lavendel, Lorbeer oder Zitronenmelisse dienen. Auch den Geruch von Katzenminze oder Tomaten mögen die Mücken nicht.
Viele im Handel erhältliche Sprays und Cremes machen sich diese Tatsache zu Nutze und reichen ihre Produkte mit solchen Inhaltsstoffen an.
Wenn Sie ein solches Mittel für sich einsetzen wollen, dann achten Sie darauf, dass alle freien Hautpartien damit geschützt werden müssen. Und denken Sie ebenfalls an eine regelmäßige Nachbehandlung. Die Wirkung dieser Präparate verfliegt nach einigen Stunden und der Schutz ist passé!
Und sollten Sie doch mal Bekanntschaft mit einem Mückenstich machen, dann ist die oberste Regel: Bitte nicht kratzen! Denn das macht alles noch schlimmer.
Als Erstmaßnahme spülen Sie die Stelle mit kühlem Wasser ab. Das verhindert ein Anschwellen und lindert den Juckreiz.
Sie können den Einstich auch mit Ihrer Spucke abtupfen, was eine desinfizierende Wirkung hat.
Zusätzlich können Sie eine entsprechende Salbe zur Kühlung, Linderung und auch zur Desinfektion des Stichs auftragen. Hier hat der Apotheker Ihres Vertrauens das richtige Präparat zur Hand.
Bewährte Hausmittel gegen Mückenstiche, die jeder Daheim hat
Wenn Sie keine entsprechende Salbe zur Verfügung haben oder eher ein Verfechter der guten alten Hausmittel sind, dann greifen Sie zu folgenden Mittelchen:
- Halbe Zwiebel oder eine Scheibe Zitrone: Reiben Sie die Einstichstelle damit ein. Es kühlt, beruhigt und desinfiziert die Haut.
- Apfelessig: Tupfen Sie diesen auf die Stelle und Sie werden feststellen, wie der Juckreiz weniger wird.
- Quark: Die entzündungshemmende Wirkung von Quark ist bekannt. Machen Sie eine Quarkkompresse auf die „Bisswunde“.
- Eine Mixtur aus Honig und Natron: wirkt ebenfalls jucklindernd. Geben Sie diese Mischung auf die betroffene Stelle.
- Heißer Löffel oder heißes Wasser: Die juckenden Wirkstoffe des Mückenspeichels bestehen aus Proteinen. Ab einer Temperatur von 45°C werden diese zerstört und die Beschwerden lassen nach. Legen Sie also einen erwärmten Löffel auf die Bissstelle.
Keiner ist gegen Mückenstiche gefeit, aber Sie sehen, es gibt einiges, was Sie zur Vorbeugung tun können. Und wenn so ein Blutsauger doch mal bei Ihnen „angedockt“ hat, dann können Sie ganz schnell gegen die Symptome vorgehen.